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Ihre Apothekerin Sigrid Bernard

Trockene Augen: Was Sie tun können

Brennen, Rötung, Tränen: Wird die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend befeuchtet, kommt es zu trockenen Augen.  Das fühlt sich unangenehm an, lässt sich meist aber gut behandeln. Tipps zur Selbsttherapie.

Alle 5 bis 10 Sekunden verbringen wir damit, trockene Augen zu vermeiden – nämlich indem wir blinzeln. Durch den Lidschluss verteilt sich Tränenflüssigkeit über der Augenoberfläche. Dabei verbessert sie nicht nur die Sehleistung, sondern liefert der Hornhaut zudem Sauerstoff und Nährstoffe und schwemmt gegebenenfalls kleine Fremdkörper aus. Die Ursachen für trockene Augen – auch als Sicca-Syndrom bekannt – sind vielfältig: Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes, Medikamenteneinnahme und Umweltfaktoren können allesamt zu einer verminderten Tränenmenge oder einer stärkeren Verdunstung des Tränenfilms führen. Den Arztbesuch können Sie jedoch in den meisten Fällen vermeiden.

Regelmäßige Lidrandhygiene befreit Talgdrüsen
„Schuld“ an trockenen Augen sind häufig die Talgdrüsen: Sie produzieren die äußere Fettschicht des Tränenfilms, die ein Austrocknen des Auges verhindert. Verstopfen die Talgdrüsen jedoch, wird die Fettschicht löchrig oder zu dünn. In solchen Fällen kann eine sogenannte Lidrandmassage Wunder wirken: Dafür legen Sie für einige Minuten eine feuchtwarme Kompresse über die geschlossenen Augen, um das Fett in den verstopften Talgdrüsen zu verflüssigen. Streichen Sie dann mit einem feuchten Wattestäbchen oder einer Kompresse auf dem Oberlid von oben nach unten, danach auf dem Unterlid von unten nach oben. Abschließend streichen Sie entlang der Wimpern in Richtung ihrer Nasenwurzel. Die Talgdrüsen können dann wieder ungehindert den Tränenfilm mit Fett versorgen.

Tipp: Fertigprodukte zur Lidreinigung wie zum Beispiel gebrauchsfertig getränkte Einmalkompressen finden Sie in Ihrer Apotheke.

„Künstliche Tränen“ stabilisieren Tränenfilm
Bessern sich die Symptome durch eine Lidrandmassage nicht, könnte Ihnen ein Tränenersatzmittel – auch „künstliche Tränen“ genannt – helfen. Die Präparate in Tropfen- oder Gelform stabilisieren den Tränenfilm des Auges, möglichst ohne die Sehkraft zu beeinträchtigen. Unterschieden werden künstliche Tränen nach ihrer Viskosität: Je weniger viskos, desto dünnflüssiger ist das aufgetragene Mittel. Dünnflüssige Augentropfen verteilen sich schnell auf der Augenoberfläche und beeinträchtigen die Sicht kaum, dafür haften sie jedoch kürzer als besonders viskose Gele. Diese sollten Sie bei stärkeren Beschwerden und am besten über Nacht auf das Auge auftragen.

Künstliche Tränen werden teilweise mit Fettbestandteilen kombiniert, die den Tränenfilm durch Verstärkung der darüberliegenden Fettschicht stabilisieren. Kaufen können Sie fetthaltige Produkte zum Beispiel in Form von Lidsprays, die aus ca. 10 Zentimeter Entfernung auf das geschlossene Augenlid gesprüht werden.

Feuchtigkeit und Erholungspausen schonen die Augen
Häufig spielen Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entstehung eines Sicca-Syndroms. Häufig können Sie die Symptome bereits lindern, indem sie viel trinken – optimalerweise mindestens 2,5 Liter am Tag – und für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit zu Hause und bei der Arbeit sorgen. Gerade die Heizung im Winter und die Klimaanlage im Sommer begünstigen trockene Augen. Ebenso sollten Sie Zugluft sowie staubige und verrauchte Luft meiden. Arbeiten Sie häufig am Computer, planen Sie am besten ausreichend Pausen ein, in denen das Auge häufiger blinzeln kann. Über genügend Schlaf freuen sich Ihre Augen ebenfalls.

Hinweis für Frauen: Achten Sie auf verträgliche Augenkosmetik und schminken Sie sich abends gründlich ab, um ein Verstopfen der Talgdrüsen durch Kajal- oder Wimperntuschereste zu vermeiden.

Quellen:
Christine Kammer: Wenn der Sandmann bleibt: Hilfe bei trockenen Augen. PTAheute, Heft 11, Juni 2017, S. 69-65.
Dr. Arne Schäffler (Hrsg.): Gesundheit heute: Krankheit – Diagnose – Therapie. Knaur, S. 496-497.

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Motorik-Defizite nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall bleiben häufig motorische Defizite zurück, die eine gezielte individuelle Behandlung erfordern. Eine neue Testmethode soll Diagnose und Therapie verbessern.

Ein typisches Symptom eines Schlaganfalls sind Lähmungserscheinungen in einer Extremität, die anhaltende Störungen der Feinmotorik nach sich ziehen. Bislang werden diese Defizite meist mit dem Jebsen-Handfunktionstest festgestellt: Er prüft unter anderem die Fähigkeit zum Hochheben, Umdrehen und Übereinanderstapeln von Gegenständen. „Der Jebsen-Test wie auch andere Tests zeigen allerdings nicht auf, welche einzelnen Faktoren dazu führen, dass sich Schlaganfall-Patienten bei einfachen Handgriffen wie etwa nach einem Blatt zu greifen so schwer tun“, erklärt Dr. Joachim Hermsdörfer von der Sport- und Gesundheitsfakultät an der TU München.

Kraft, Koordination und Tempo von Bewegung geben Hinweis auf Störung
Ein Forscherteam um Hermsdörfer hat nun die bisherigen Tests zur Prüfung der Feinmotorik bei Schlaganfall-Patienten weiterentwickelt. Angewendet wurden sie in einer Studie mit 22 Patienten, die an einer halbseitigen Lähmung (Hemiparese) nach einem Schlaganfall litten. Im Vergleich zwischen den Betroffenen und einer gesunden Kontrollgruppe konnten die Wissenschaftler drei Faktoren ermitteln, die maßgeblich waren, um die Feinmotorikstörung zu klassifizieren: die Kontrolle der Griffkraft, die motorische Koordination und das Tempo der Bewegung.

Neu entwickelte Tests sollen gezieltere Schlaganfall-Therapie ermöglichen
„Dank unserer Ergebnisse können Patienten und Patientinnen künftig nach einem Schlaganfall gezielter in den Bereichen therapiert werden, wo ihre Schwächen evident sind“, betont Hermsdörfer. Besondere Hoffnung setzt sein Team in eine selbstentwickelte Gripforce-Box, mit der die Griffkraft der Hand überprüft wird. „Das Ziel ist zusammen mit zwei kurzen klassischen Tests künftig mit der Gripforce-Box eine präzise Aussage über die Hintergründe einer Feinmotorikstörung von Schlaganfallpatienten im Alltag zu machen.“

Quelle: TU München

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Ist Schnarchen harmlos?

Schnarchen ist zwar an sich noch keine Krankheit – jedoch kann das knatternde Geräusch auf ein gesundheitsgefährdendes Schlafapnoe-Syndrom hinweisen. Wie Sie die Gefahr reduzieren.

Ständiges, lautes Schnarchen des Bettpartners kann schnell zur Belastungsprobe für eine Beziehung werden. Was vielen jedoch nicht klar ist: Die unangenehme Geräuschentwicklung kann auf eine ernstzunehmende Erkrankung hindeuten. Annähernd jeder fünfte Mann im mittleren Alter leidet unter einer krankhaften Form des Schnarchens, dem sogenannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). Frauen im gleichen Alter sind etwas seltener betroffen.

Schlafapnoe kann Lebenserwartung um zehn Jahre verringern
„Mit einer obstruktiven Schlafapnoe ist nicht zu spaßen. Anfangs fühlt sich meist nur der Partner durch die lauten Geräusche gestört. Es gibt allerdings eine Vielzahl bedenklicher Langzeitwirkungen, denen sich der Schnarchende bewusst sein sollte“, erklärt Dr. Utta Petzold, Expertin bei der Barmer Ersatzkasse. Dazu gehören ein dreifach erhöhtes Herzinfarkt- sowie ein vierfach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Unbehandelt verkürzt sich die Lebenserwartung bei OSAS-Patienten laut Barmer um etwa zehn Jahre.

Übergewicht, Rauchen und Alkohol erhöhen Schlafapnoe-Risiko
Die gute Nachricht: Schnarchen und die Ausbildung eines OSAS lassen sich in vielen Fällen vermeiden. „Häufig hilft es bereits, wenn der Betroffene etwas abnimmt, seinen Nikotinkonsum reduziert und abends auf Alkohol verzichtet“, weiß Petzold. „Er sollte außerdem probieren, auf der Seite statt auf dem Rücken zu schlafen. Auch ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist wichtig. Schlafmittel sollten jedoch vermieden werden.“

Schlafapnoe lässt sich mit Atemmaske therapieren
Therapiert wird ein OSAS häufig mit einer speziellen Atemmaske, die beim Schlafen getragen wird. Auch eine Schiene für den Unterkiefer, die ein Zurücksinken des Unterkiefers im Schlaf verhindert und dadurch die Luftwege offenhält, kann helfen. „Ein chirurgischer Eingriff wie eine Nasenoperation sollte gut überlegt sein“, meint die Medizinerin.

Quelle: Barmer

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Neuer Wirkstoff gegen Asthma?

Die Korallenbeere ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern womöglich auch von pharmazeutischem Nutzen. Denn Forscher haben herausgefunden, dass die Zierpflanze Atemnot bei Asthmatikern verhindern könnte.

Korallenbeere offenbar wirksamer als Asthma-Medikamente
Die Blätter der Korallenbeere (Ardisia crenata) enthalten eine Substanz, die offenbar wirksamer ist als gängige Asthma-Medikamente. „Die Substanz hemmt eine zentrale Gruppe von Signalmolekülen in den Körperzellen, die Gq-Proteine“, erklärt Dr. Daniela Wenzel, Juniorprofessorin an der Universität Bonn. Diese Proteine sind unter anderem zuständig für die Steuerung der Bronchial-Muskulatur. Werden sie aktiviert, verengen sich die Bronchien, wodurch nicht mehr genug Luft in die Lunge gelangt. Die daraus resultierende Atemnot kann lebensbedrohlich sein.

Bei Mäusen mit Asthma lindert Korallenbeere Beschwerden
Bisherige Tests an asthmatischen Mäusen verliefen vielversprechend: „Wir konnten verhindern, dass die Tiere auf Allergene wie Hausstaub mit einer Verengung der Bronchien reagieren“, berichtet Wenzel. Die Nebenwirkungen hielten sich zudem in Grenzen, da sich der Wirkstoff direkt über die Atemwege verabreichen ließ und somit nur in geringen Mengen in den Blutkreislauf gelangte. Tests am lebenden Menschen stehen jedoch noch aus.

Die Studie wurde im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts der Universität Bonn veranlasst. Ziel ist es, auf zentrale Signalmoleküle wie die Gq-Proteine einzuwirken und so neue Therapie-Ansätze für bestimmte Erkrankungen zu finden.

Quelle: Universität Bonn

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Sandkasten: Brutstätte für Keime?

In Sandkästen finden sich zahlreiche Keime, die zum Teil die Gesundheit der spielenden Kinder beeinträchtigen können. Das zeigen Untersuchungen aus Spanien und den USA. Welche Vorsichtsmaßnahmen helfen.

Ein spanisches Forscherteam testete in einer aktuellen Untersuchung Sandkästen auf Keime und kam zum Ergebnis: Knapp jeder zweite war mit dem Bakterium Clostridium difficile (C. difficile) kontaminiert. Eine Infektion mit dem Erreger verläuft bei Gesunden zwar meist harmlos, kann im Falle einer Immunschwäche aber auch ernsthafte Erkrankungen wie eine Dickdarmentzündung nach sich ziehen. Laut Dr. Marc Siegel vom NYU Langone Medical Center in New York City zeigt die Studie, dass sich C. difficile nicht nur in Krankenhäusern und Pflegeheimen zunehmend verbreitet, sondern mittlerweile auch in Gemeinschaftsanlagen wie Spielplätzen zu finden ist.

Haustiere können Keime im Sandkasten hinterlassen
Weitere Studien zeigen, dass sich neben dem Bakterium C. difficile häufig auch Parasiten wie zum Beispiel Würmer im Sand nachweisen lassen. Anstecken können Kinder sich über den Kot von Katzen oder Hunden, die den Sandkasten als Toilette nutzen.

Die Vereinigung amerikanischer Kinderärzte (American Academy of Pediatrics) empfiehlt zur Vorbeugung einer Ansteckung:

  • Sandkasten abdecken, wenn er nicht in Gebrauch ist
  • Sand vor dem Abdecken trocknen lassen, da feuchter Sand Bakterienwachstum begünstigt
  • Sand regelmäßig durchrechen, um Unrat oder anderes Fremdmaterial zu entfernen
  • Haustiere nicht im Sand spielen lassen


Siegel ergänzt: „Wenn Sie Ihre Kinder in Sandkästen spielen lassen, stellen Sie sicher, dass sie ihre Hände waschen oder zumindest Desinfektionstücher verwenden, bevor und nachdem sie spielen.“

Quelle: Kinderärzte im Netz

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Risiken von Medikamenten minimieren

Medikamente können Leben retten – aber in Kombination mit bestimmten Nahrungsmitteln oder anderen Arzneimitteln auch lebensgefährlich sein. Wie Sie das Risiko von Wechselwirkungen minimieren.

Gerade im höheren Alter gehört es für viele Menschen zum Alltag, Medikamente einzunehmen. Häufig kommen dabei verschiedene Arzneimittel nebeneinander zum Einsatz: „Jeder vierte Bundesbürger nimmt dauerhaft drei oder mehr Medikamente ein“, erläutert Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Doch aus dieser Polymedikation können gefährliche Neben- und Wechselwirkungen entstehen.“ Je mehr Medikamente eingenommen werden, desto größer ist die Gefahr von Wechselwirkungen. Der vollständige Medikationsplan sollte daher mit Arzt oder Apotheker ausführlich besprochen werden.

Lebensmittel können Wirkung von Medikamenten verändern
Auch die Ernährung spielt in Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme eine große Rolle. „Werden Nahrungsmittel zusammen mit bestimmten Arzneimitteln eingenommen, kann die Wirkung von Arzneien gehemmt oder gesteigert werden“, erklärt Apotheker Sven Seißelberg von der KKH Kaufmännische Krankenkasse. So verschlechtern Milchprodukte die Aufnahme vieler Antibiotika-Wirkstoffe, während grüne Gemüsesorten aufgrund ihres Vitamin-K-Gehalts die Wirkung blutverdünnender Mittel wie Marcumar hemmen.

Alkohol nicht mit Medikamenten kombinieren!
Besondere Vorsicht gilt bei der Kombination von Alkohol mit Medikamenten: Zum Beispiel kann die regelmäßige Einnahme von Paracetamol gemeinsam mit Bier oder Wein zu ernsten Leberschäden führen. Generell gilt laut Seißelberg: „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, ob bei Einnahme des jeweils verschriebenen Medikaments bestimmte Lebensmittel teils oder komplett zu meiden sind. So sind Sie auf der sicheren Seite.“

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen, KKH

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Legasthenie frühzeitig erkennen

5 Prozent aller deutschen Schüler leiden an Legasthenie – einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS). Oft wird sie jedoch zu spät erkannt, um sie kompensieren zu können. Das wird der Frühtest eines Leipziger Forscherteams voraussichtlich bald ändern.

Eine mögliche LRS wird bislang anhand von Tests der schriftsprachlichen Leistung erkannt. Das Problem daran: Die LRS wird erst erfasst, wenn sie bereits deutlich ausgeprägt ist. Ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts sowie des Fraunhofer-Instituts in Leipzig hat nun die Grundlage gelegt für einen Frühtest, der einfach und präzise eine LRS-Anlage schon in jungen Jahren erkennen kann.

Hirnaktivität und Gene zeigen Legasthenie-Anlage
Der Frühtest besteht aus zwei kombinierten Diagnoseverfahren. Zum einen werden Hirnaktivitäten des Kindes per Elektroenzephalografie gemessen, während ihm Laute und Töne vorgespielt werden. Schneidet ein Kind dabei schlecht ab und zeigt zugleich eine verminderte Aktivität in bestimmten Hirnarealen, weist das auf eine drohende Legasthenie hin.
Untermauert wird diese Prognose durch einen genetischen Speicheltest des Kindes. Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts konnten eine Reihe von Genvarianten identifizieren, die einen Einfluss auf die Sprachverarbeitung haben. Zusammen ergeben die beiden Verfahren eine hohe Trefferquote bei der LRS-Früherkennung.

Legasthenie-Test ermöglicht gezielte Frühförderung
Der Vorteil des Frühtests, der in den kommenden Jahren marktreif werden soll, liegt vor allem im Präventionspotenzial – denn je früher eine LRS erkannt wird, desto besser lässt sie sich kompensieren. „Wenn wir es schaffen, beispielsweise im Zuge von Vorsorgeuntersuchungen einen Großteil der betroffenen Kinder rechtzeitig, noch vor Schulbeginn zu erfassen, können gezielte Förderungsmöglichkeiten in dieser sensiblen Phase der Hirnentwicklung viele Defizite kompensieren“, betont die Projektleiterin Angela D. Friederici. „Wir ersparen ihnen damit nicht nur Leid in der Schule. Wir eröffnen ihnen damit auch die gleiche Chance auf eine erfolgreiche Ausbildung, auf Teilnahme in der Gesellschaft und ein zufriedenes Leben.“

Quelle: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

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Verkehrslärm schadet dem Herz

Zwischen koronaren Herzkrankheiten und der Belastung durch Verkehrslärm besteht ein direkter Zusammenhang. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der WHO.

Verkehrslärm steigert die Ausschüttung von Stresshormonen
Zur Aktualisierung einer WHO-Richtlinie zum Thema Lärmbeeinträchtigung hat ein europäisches Forscherteam Dutzende Studien der letzten Jahre ausgewertet. Das Ergebnis: „Angesichts der Auswirkungen von Lärm auf die Ausschüttung von Stresshormonen und die Schlafqualität scheint ein kausaler Zusammenhang zwischen Verkehrslärm und einer koronaren Herzerkrankung plausibel.“ Das heißt: Je höher die Lärmbelastung, desto höher das Risiko einer koronaren Herzkrankheit. Besonders robust seien die Ergebnisse für Straßenverkehrslärm, weniger hingegen für Zug- oder Flugzeuglärm.

Mögliche Folgen von Lärm sind Herzinfarkt und Schlaganfall
Eine Arbeitsgruppe der Universitätsmedizin in Mainz konnte zuvor bereits einen Zusammenhang zwischen Lärmbelastung und einer Fehlfunktion der Innenwand von Blutgefäßen nachweisen. Diese gilt als wichtige Ursache von Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Laut Schätzungen der WHO gehen in Westeuropa jährlich eine Million gesunde Lebensjahre durch Lärm verloren. Neben Herzerkrankungen begünstigt Lärm auch depressive Symptome ("Wenn Lärm auf die Seele schlägt").

Quelle: DGK

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Schmerzen in der Schwangerschaft

Viele werdende Mütter leiden während der Schwangerschaft unter Schmerzen. Oft ist dann unklar, ob und mit welchen Medikamenten behandelt werden darf, ohne das Kind zu gefährden. Hinweise zur schonenden Schmerzlinderung.

Ratsam ist in der Schwangerschaft immer eine möglichst natürliche Behandlung. Viel Ruhe, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft helfen bei vielen kleineren Beschwerden schon weiter. Gerade in den letzten Monaten empfehlen sich Schwangerschaftsgymnastik-Kurse bei Schmerzen im Rücken oder in den Beinen. Gegen Kopfschmerzen hat sich unter anderem Pfefferminzöl als wirksam erwiesen.

Bei stärkeren Schmerzen sind Medikamente ratsam
Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer Ersatzkasse, wägt jedoch ab: „Schwangere aufgrund des ungeborenen Kindes gar nicht medikamentös zu therapieren, ist nicht immer sinnvoll. Sind die Schmerzen sehr stark und die Lebensqualität oder der Schlaf dadurch stark beeinträchtigt, sollte man handeln. Denn Schwangere mit Schmerzen leiden später häufiger an Depressionen und Bluthochdruck. Beides kann sich auch auf die Gesundheit des Kindes auswirken.“

Schmerzmittel möglichst niedrig dosieren
Bei einer Behandlung mit Schmerzmitteln ist unbedingt auf eine möglichst niedrige Dosierung zu achten. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie ASS oder Diclofenac sind nach der 28. Schwangerschaftswoche sogar gänzlich tabu, da sie Herzfehler oder Nierenversagen beim Neugeborenen verursachen können.

„Mittel der ersten Wahl ist für werdende Mütter Paracetamol. Es wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend, allerdings nicht entzündungshemmend, und kann zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft eingesetzt werden“, erklärt Günther. „Außerdem reizt es die Magenschleimhaut nicht und löst kein Sodbrennen aus, unter dem viele Schwangere sowieso schon leiden.“ Unter den NSAR ist vor allem Ibuprofen bei leichten bis mittleren Schmerzen sowie Entzündungen zu empfehlen.

Quelle: Barmer

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Mit Kaugummi Entzündungen erkennen

Entzündungen im Mundraum lassen sich zukünftig schnell und kostengünstig mit Hilfe eines speziellen Kaugummis feststellen. Entwickelt hat den Test ein Forscherteam der Universität Würzburg.

Entzündungen im Mundraum sind nicht selten: So entzünden sich etwa 6 bis 15 Prozent aller Zahnimplantate im Laufe der Zeit. Häufig wird die Entzündung erst bemerkt, wenn Schäden am Gewebe und Knochen um das Implantat schon weit fortgeschritten sind. Forscher der Universität Würzburg haben nun jedoch eine Methode entwickelt, durch schlichtes Kaugummikauen eine Entzündung schon im Frühstadium festzustellen.

Bei Entzündung setzt Kaugummi Bitterstoff frei
Im Falle einer sich anbahnenden Entzündung werden im Mund spezifische Protein-abbauende Enzyme aktiviert, die im Kaugummi innerhalb weniger Minuten einen bitteren Geschmacksstoff freisetzen. Dieser ist ein Zeichen dafür, möglichst zeitnah den Zahnarzt aufzusuchen. Besonders praktisch daran: „Jeder kann dieses neue diagnostische System überall und jederzeit und ohne technisches Equipment einsetzen“, betont Dr. Lorenz Meinel, einer der Entwickler des Kaugummis.

Weitere Kaugummi-Schnelltests sind geplant
Bis zur Marktreife des Kaugummis werden noch einige Jahre vergehen. Angedacht sind bis dahin noch weitere Kaugummi-Schnelltests. „Wir hoffen, dass sich damit auch andere Krankheiten adressieren und frühestmöglich behandeln lassen“, erklärt Meinel.

Quelle: Universität Würzburg

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